Aus aktuellem Anlass und um mein Gewissen zu beruhigen: Du musst immer mitnehmen was geht. Du kannst das Ende des Engagements sehen? Egal, versuche vorher das Bestmögliche für Dich herauszuschlagen. Das hat natürlich nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Es geht nur um Dich und Deine momentane Situation.
Oder um es anders auszudrücken: Es gibt Bereiche in denen es sich lohnt an die Zukunft zu denken. Natur, Beziehungen. Der eigene Arbeitsplatz gehört nicht dazu. Bist Du nicht selbstständig und hast Dein Glück mehr oder weniger selbst in der Hand, kannst Du nie vorhersagen, wie die ganze Sache in zehn Jahren aussieht. Oder in fünf. Wichtig ist nur, dass die Richtung stimmt und Du möglichst viel herausholen kannst.
Das beweist doch gerade die sogenannte Wirtschaftskrise: Eben noch rostfrei glänzende Branchen (Finanzdienstleistungen, Automobile, Journalismus) gelten als abgeschrieben, veraltet und (in ihren momentanen Zuständen) als wenig zukunftsträchtig. Wer hätte das vor wenigen Jahren gedacht? Dumm, wer sich jetzt ein schlechtes Gewissen einredet, weil er damals Bankkaufmann gelernt, BWL studiert und auf Finanzdienstleistungen spezialisiert hat. Egal, Hauptsache Du hast bis jetzt das beste dabei herausgeholt.
Es wird schon irgendwie weitergehen. Bist Du gut ausgebildet, hast bisher Dein Bestes gegeben und gute Zeugnisse – Du wirst schon irgendwo unterkommen. Und dann gilt es wieder: Hol raus was geht. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Provisionen, Prämien, leg ein bisschen was zurück, den Rest raushauen.
Denn das ist Tatsache: Wir leben nur einmal. Fünf Euro ins Phrasenschwein, Johannes B. Kerner-Gedächtnis-Medaille in Gold, aber es stimmt: Wir leben nur einmal. Oder um es mit Pearl Jam zu sagen:
I know I was born and I know that I’ll die: The in-between is mine.
Und in diesem in-between bist nur Du und die Menschen, die Dir nahe stehen. Sieh zu, dass es Dir und ihnen gut geht. Sie zu, dass Du mit 70 nicht am Hungertuch nagst. Aber kümmere Dich nicht um Entscheidungen in Deiner Firma, die Du für falsch hälst, die sie sogar an die Wand fahren könnte – nimm mit, was geht. Und dann zieh weiter. Es wird schon gehen. Mach Dir nicht zu viele Sorgen. Sonst ist sie gefährdet, die Pychohygiene.