Archiv für Januar, 2009

Ein Zoom ins Nichts III: Knapp über dem Erdboden

23. Januar 2009

Neueste News von meinem Lieblings-News-Portal zoomer.de: Das von mir prognostizierte und dann näher kommende Ende kommt noch näher:

Der Chefredaktuer verlässt das Boot, die Abrufzahlen für Dezember sind katastrophal:

Laut IVW fielen die Page Impressions im Dezember auf 2,6 Millionen ggü. noch immerhin 7,8 Millionen im November. Ein sattes Minus von 67%. Die Visits fielen im gleichen Zeitraum von 4,6 Millionen auf 1,7 Millionen, also -63%.

Ob dieser Fehlversuch seinen ersten Geburtstag erlebt? Hoffentlich nicht.

Peter Sodann ist der Erlöser

7. Januar 2009

Was für eine Meldung, meine beiden Lieblingsthemen (Christentum und Alt-Kommunisten) werden verknüpft: In einem Interview mit dem stern sagt Peter Sodann, Kandidat der Partei „Die Linke“ für das Amt des Bundespräsidenten, über sein Engagement gegen Deutsche Bank-Chef Ackermann:

Mein Gott, Jesus hat doch auch bestimmte Herrschaften aus dem Tempel verwiesen. Ich denke, dass sehr viele Menschen Angst vor Leuten wie Ackermann haben! Sehr reale Angst vor ihrer wirtschaftlichen Macht, Angst vor ihrem Handeln. [Hervorhebung von mir]

Wenn ich seinen Gedankengang richtig nachvollziehe, sieht er sich dann doch in der gleichen Rolle wie Jesus, oder? Er traut sich, die Wechsler aus dem Tempel zu vertreiben.

Bleibt nur die Frage: Welche Drogen nimmt der Mann. Oder meint er es gar ernst?

Tales from a lost world: 60ies Hollywood

2. Januar 2009

Unglaubliche Geschichten erzählt Roger Corman in der Zeit:

The Terror ist der verrückteste Film, den ich je gedreht habe. Er entstand nur, weil es an einem Sonntag regnete. Ich verfilmte gerade Poes Der Rabe und wollte an meinem freien Tag Tennis spielen. Da es schüttete, saß ich zu Hause und sagte mir: »Verdammt, da stehen diese gigantischen Sets von Der Rabe herum, warum benutzt du sie nicht einfach für einen weiteren Film?« Ich kritzelte frei nach Poe eine Handlung auf eine Serviette und rief einen Kumpel an. Er sollte in fünf Tagen ein Drehbuch schreiben. Am nächsten Morgen klopfte ich an Boris Karloffs Garderobentür und fragte ihn, ob er nach Drehschluss noch bei einem anderen Poe-Film mitmachen könnte. Er sagte zu, Dick Miller auch. Jack Nicholson übernahm die männliche Hauptrolle und schlug seine Frau Sandy für die weibliche Hauptrolle vor. Nun konnte ich nicht selbst Regie führen, da ich aus gewerkschaftlichen Gründen eine voll bezahlte Crew hätte anheuern müssen. Also übernahm mein Assistent Francis Ford Coppola die Regie. Nach ein paar Tagen hatte er aber einen anderen Job, und Monte Hellman machte weiter. Als der weg musste, übernahm der nächste Regisseur und so weiter. Schließlich war nur noch ein Drehtag übrig. Da sagte Jack Nicholson zu mir: »Roger, jeder verdammte Idiot in Hollywood hat bei diesem Film Regie geführt, lass mich bitte den letzten Tag übernehmen.« So kam es dann auch. Aber dann mussten wir alles schneiden. Leider hatten all diese Regisseure völlig verschiedene Stile in den Film gebracht, die zusammen überhaupt keinen Sinn ergaben. Noch dazu war die Handlung völlig bescheuert. Ich zerbrach mir den Kopf, wie man das alles doch noch retten konnte. Inzwischen hatten wir aber schon mit den Dreharbeiten zum nächsten Poe-Film Die Maske des Roten Todes begonnen. Nachts nach Drehschluss brachte ich Jack Nicholson, seine Frau Sandy und Dick Miller zusammen und drehte mit ihnen in den Sets von Die Maske des Roten Todes drei Stunden lang zwei zusätzliche Szenen für The Terror, die Licht in die Handlung bringen sollten. In einer dieser Szenen wirft Nicholson Miller gegen eine Wand und schreit: »Man hat mich belogen, seit ich in diesem Schloss bin! Sage mir endlich, was hier vorgeht!« Dann erzählt Dick die Geschichte noch einmal nach, sodass alles endlich zusammenpasst. Naja, nicht wirklich. Boris Karloff war sehr erstaunt, durch die Zusatzszenen zu erfahren, dass der Baron, den er spielt, gar kein echter Baron war. Das Verrückteste aber war, dass wir ziemlich gute Kritiken bekamen. Die Kritiker waren so sehr damit beschäftigt, herauszufinden, worum es in The Terror geht, dass sie nicht merkten, wie schlecht der Film war.

Sowas geht doch heute gar nicht mehr, oder?

Lesen und staunen.

Die unfreundlichsten Menschen der Welt: Missionare

2. Januar 2009

So langsam entwickelt sich die Religion zu einem zentralen Thema in diesem Blog. Dabei ist sie mir doch eigentlich so unwichtig…

Aber leider bestimmt die Religion immer noch einen großen und wichtigen Teil unseres Lebens, auch wenn wir uns selbst als Atheisten, Agnostiker oder Heiden bezeichnen. Ob wir wollen oder nicht, Religion ist Teil unseres Lebens. Und anscheinend wird er in letzter Zeit immer größer.

Mir fiel es vor kurzem wieder auf, als ich sie sah: Missionare der Mormonen, Vertreter von „Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage„, die irgendwo in unserem Stadteil ein Zentrum haben müssen, denn ich sehe sie häufiger. Immer sauber gekleidet. Immer ein Lächeln auf den Lippen.

Als ich sie sah, diese jungen, vitalen Menschen, da wurde mir klar: Missionare sind die unfreundlichsten Menschen der Welt. In ihrem eigenen Wahn denken sie, die Welt zum besseren bekehren zu müssen, sich in ihr Leben einschleichen und sie ändern.

Missionare sind wirklich das Letzte. Wie kann man von seinem eigenen Leben so überzeugt sein, es als Vorbild für alle anderen zu nehmen? In unserer Gesellschaft spielen sie vielleicht nicht die größte Rolle, aber wie sieht es in der Dritten Welt aus?

Lasst die Menschen in Ruhe. Wenn Sie euch brauchen, werden sie schon kommen. Bis dahin macht was Sinnvolles. Lebt. Oder beschäftigt euch mit wichtigen historischen Geburtstagen.