Archiv für Oktober, 2008

Chronik eines angekündigten Flops

31. Oktober 2008

Gerade lese ich, dass die neuen Sat.1-Serien Dr. Molly & Karl und Plötzlich Papa! ziemlich floppen. Meine erste Reaktion: Kein Wunder – schauen sich die Leute bei den Fernsehsendern die Serien nicht mal an, bevor sie gesendet werden?

Ich blieb die Tage bei der Dr. Molly-Sendung hängen. Mal ganz davon abgesehen das die Idee und die Charaktere dreist bei Dr. House geklaut sind – wie schlecht sind bitte die Dialoge und die Schauspieler? Die Definition von hölzern. Keinerlei Spannung oder Humor. Unglaublich. Selbst zwei Minuten zwischendurch taten schon weh. Wer sich selbst überzeugen möchte: bitte.

Mit anderen Worten: Der Flop war zu erwarten. Man hätte es ahnen können. Wenn man (also die Produzenten oder die Verantwortlichen bei den Sendern) sich die Serie mal mit etwas Abstand angeschaut hätten. Aber das scheint wohl zu viel verlangt…

Fragt sich, wie lange Sat.1 an diesem Flop festhält…

Elke Heidenreich-Findungs-Kommission

29. Oktober 2008

Das ZDF hatte ja Elke Heidenreich in einem Anflug von Souveränitätsabwesenheit für ihre kritischen Kommentare zum Fernsehprogramm gefeuert. Jetzt sucht das ZDF nach einem Nachfolger für deren Sendung „Lesen!“. Anscheinend mit einer Art Kommission, beraten von Marcel Reich-Ranicki.

Mal davon abgesehen das ich die Sendung wirklich gerne gesehen und viele gute Buch-Tipps daraus mitgenommen habe – erinnert sich noch jemand an die Trainerfindungskommission unter der Leitung von Franz Beckenbauer?

Franz Beckenbauer, Reich-Ranicki – all just a little bit of history repeating. Oder so.

Zeitungs-Märkte der Zukunft: Pentecost

29. Oktober 2008

An allen Orten wir zur Zeit in Deutschland über die Zukunft der Tageszeitung diskutiert. Das böse Internet sorgt für fallende Auflagen, die Wirtschaftskrise für fallende Anzeigenerlöse. Und das scheint auch in anderen Teilen der Welt nicht anders zu sein.

Überall? Nein: In Pentecost, einer Insel östlich von Australien, erscheint seit kurzem die erste Zeitung. Wöchentliche Auflage: 4 Exemplare. Die Bevölkerung ist begeistert. Die ganze Geschichte hier.

Via

Fragen eines gelangweilten Angestellten

24. Oktober 2008

Sorry, aber es ist Freitag:

Fragen eines gelangweilten Angestellten

Wer programmierte die siebensieglige Datenbank?
In den Büchern stehen die Namen von Software-Millionären.
Haben die Könige die Codezeilen selbst getippt?
Und die mehrfach zu hohen Umsatzziele,
Wer musste die Überstunden machen? In welchen Hochhäusern
Des stahlstrahlenden New York wohnten die Putzfrauen?
Wohin gingen an dem Abend, wo der Jahresabschlüsse fertig waren,
Die Controller? Das große Frankfurt
Ist voll von Banken. Mit wessen Geld
Handelten die Bänker? Hatte das vielbesungene London
Nur Stadtvillen für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Hong Kong
Brüllten noch an dem Handelstag, wo die Aktienkurse ins Meer plumsten,
Die Bankroten nach ihren Hausmädchen.

Der große Ackermann erhöhte die Umsatzrentabilität.
Er allein?
Wiedeking rettete Porsche.
Hatte er nicht wenigstens eine Sekretärin bei sich?
Die Vorstandsvorsitzenden weinten, als ihre Bezüge
Gekürzt wurden. Weinte sonst niemand?
Schaeffler siegte im Continental-Krieg. Wer
Siegte außer ihm?
Jede Seite eine Dividendenausschüttung.
Wer organisiert die After-Work-Party?
Alle zehn Jahre ein Börsencrash.
Wer bezahlt den Rettungsplan?

So viele Geschäftsberichte,

So viele Fragen.

Thx, BB.

Man muss nicht alles wissen…

24. Oktober 2008

…sondern nur, wo es steht.

Ach, sowas liebe ich. Kollege stellt Frage zu einem Programm, ich sei da ja der Experte. Leider habe ich keine Ahnung von seinem Problem. Das lasse ich mir natürlich nicht anmerken. Konsultiere die Hilfe des Programms und kann die Frage in 30 Sekunden lösen.

Meine Kollege hält mich für genial.

Jesus vs. Kürbis

23. Oktober 2008

Bitte suchen Sie sich aus, welches Märchen Sie glauben wollen:

Der Christliche Medienverbund beklagt die zunehmende Verdrängung des Allerheiligen-Feiertages durch Halloween. Es muss wohl am cooleren Merchandising liegen:

Sieht einfach lustiger und irgendwie auch kindgerechter aus als:

PS: Jaja, an Allerheiligen wird nicht in erster Linie Jesus gehuldigt, ist ja gut. Aber die Überschrift find ich einfach cool.

Kinderlachen ist Zukunftsmusik

22. Oktober 2008

Ich fasse mir an den Kopf, damit ich diesen nicht ausversehen zu heftig schüttle:

In Hamburg muss ein Kindergarten schließen, weil sich Anwohner über den Lärm beschweren. Da fragt man sich doch: Was sind das für Ruhe-Faschisten? Hatten die nie selbst Kinder? Waren sie womöglich nie selbst Kinder? Verdammt, von so einem Kindergarten hört man bis maximal 17 Uhr was und das ist auch noch Kinderlachen! Mir fehlt für so ein Verhalten absolut das Verständnis.

Über mir wohnt eine Familie mit zwei Jungen, ca. fünfte, sechste Klasse. Sie haben Parkettboden. Sie machen Lärm. Sie gehen mir auf die Nerven. Aber es sind Kinder. Fünf Euro ins Phrasenschwein für diesen Satz, aber er ist wahr: Und Kinder sind die Zukunft.

Wer bedingungslose Ruhe will, soll Selbstmord begehen.

Tolle Tipps aus der Bibel, z. B. zu Finanzkrise und Frauenverachtung

22. Oktober 2008

Also Sachen gibt’s…

Anfang 2009 findet in Düsseldorf der Kongress der christlichen Führungskräfte statt. Das ist an sich uninteressant, witzig ist jedoch der Dreh, mit dem die christlichen Führungskräfte versuchen, Relevanz zu erzeugen. In der Ankündigung heißt es:

„Viele Menschen erinnern sich angesichts der aktuellen Krise auf den Finanzmärkten wieder der „alten“ Werte und Tugenden. „Wer in diesen Zeiten der Orientierungs- und Fassungslosigkeit nach Richtung und Rat sucht, sollte auch einmal das Buch der Bücher – die Bibel – in die Hand nehmen“, empfiehlt Horst Marquardt, Vorsitzender des Kongresses christlicher Führungskräfte ( http://www.christlicher-kongress.de ). Dort werde in über 2.000 Versen verantwortungsvolles Haushalten und der richtige Umgang mit Geld thematisiert.“

Klasse, die Bibel als Finanzratgeber. Wäre ich so nicht drauf gekommen. Weitere klasse Themen (bzw. Werte und Tugenden), mit denen sich die Führungskräfe auf ihrer Tagung beschäftigen können und zu denen die Bibel viele Tipps hat:

Also alles Dinge, die der gute Manager von heute beherrschen muss.

Suchen auf dem flachen Land

20. Oktober 2008

heise.de weißt auf die aktuellen Nutzungsstatistiken von Wikipedia hin. Sehr interessant finde ich, dass der am meisten aufgerufene Artikel der plattdeutschen Wiki-Version der von Amy McDonald ist. Es folgen Plattdüüsch selbst und dann Schaamlippen. Das ist natürlich viel witziger als die bayerische Version, in der die „versauten“ Sachen viel später kommen, oder die kölsche Version, bei der ich gar nichts verstehe.

Klar, die Klicks per Day sind eher niedrig, aber es wird geschaut!

Complaining about Kantine

17. Oktober 2008

Ich gehe nicht oft in unserer Kantine essen und ich weiß warum. Dann gehe ich doch mal und der Chefkoch ist im Urlaub. Was ich nicht sehe, sondern schmecke.

Für viele Menschen möglichst günstig zu kochen ist bestimmt nicht einfach und ich bin froh, dass ich es nicht machen muss. Aber es gibt positive Beispiele. Und es gibt dieser verdammt noch mal zäheste Cordon Blue, welches ich jemals aß. Fuck! Das verdirbt einem die gesamte Mittagspause!